Chronologie

Die Chronologie bietet eine Zusammenstellung der wichtigsten Ereignisse der sozialdemokratischen Geschichte auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Sie ergänzt die Projektbeiträge durch einen Gesamtüberblick über die historische Entwicklung.

1800 bis 1870: Die Anfänge der Arbeiterbewegung

5. Mai 1818:
Karl Marx in Trier geboren.
29. Januar 1832:
Gründung des »Deutschen Preß- und Vaterlandsvereins« in Zweibrücken durch Johann Georg August Wirth, Friedrich Schüler und Philipp Jakob Siebenpfeiffer, der sich für Pressefreiheit und das liberal-demokratische Ziel einer vereinten deutschen Republik einsetzt.
27. Mai 1832: Hambacher Fest
Dem Aufruf zu einem »deutschen Nationalfest« durch Wirth und Siebenpfeiffer folgen 30.000 Menschen in die Pfalz zum Hambacher Schloss. Die Redner protestierten gegen die Verschlechterung der Lebensumstände im Land und fordern Presse-, Rede- und Versammlungsfreiheit in einem vereinten deutschen Verfassungsstaat.
1848/49: Deutsche Revolution
Im Zuge der Revolution und dem Zusammentritt der Deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche werden zahlreiche politische Vereine gegründet (Demokratische Vereine, Liberale Volks- und Bürgervereine, katholische Piusvereine und erste Arbeitervereine).
11.–14. Juni 1848:
Mit der Gründung des Nationalen Buchdrucker-Gehilfen-Verbands in Mainz entsteht der erste gewerkschaftliche Zusammenschluss von Arbeitern in einem deutschen Staat.
Mai 1849: Pfälzischer Aufstand
Pfälzische Demokraten sagen sich von Bayern los, der Aufstand wird bereits im Juni niedergeschlagen.
20. Mai 1863: Lassalle in Mainz
Ferdinand Lassalle spricht im Frankfurter Hof in Mainz vor ca. 800 Zuhörern über sein Programm zur Arbeiterbewegung, das durch eine Resolution unterstützt wird. Der Mainzer Uhrmacher Philipp Jakob Schöppler reist als Delegierter nach Leipzig, wo am 23. Mai der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein gegründet wird.
1864:
Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler, ab 1850 Bischof von Mainz, veröffentlicht seine Schrift »Die Arbeiterfrage und das Christentum«, in der er seine Gedanken zur sozialen Frage und zur katholischen Soziallehre darlegt.
August 1864:
Gründung der Mainzer Gemeinde des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins.
11. September 1864: Ein Trauerzug für Lassalle
Die Leiche von Ferdinand Lassalle trifft in Mainz am Ludwigsbahnhof ein und wird in einem Festzug entlang der Rheinstraße zur Schiffsanlegestelle gebracht. Von dort sollte ein Trauerkondukt durch alle Gemeinden des ADAV erfolgen. Auf Wunsch von Lassalles Mutter wird der Leichnam jedoch nach Breslau gebracht, wo er am 14. September im Beisein von ca. 20 Arbeitern beerdigt wird.
1867:
Gründung einer Sektion der »Internationalen Arbeiter-Assoziation« und des »Sozialdemokratischen Vereins« durch Paul Stumpf in Konkurrenz zum Lassalleschen ADAV. Stumpf veröffentlicht ein Manifest, in dem er sich auch an die »Proletarier der Kopfarbeit« (Künstler, Gelehrte, Beamte, Priester, Offiziere, Studenten, Schriftsteller) zur der Lösung der sozialen Frage wendet.
1868:
Bei den Wahlen zum Zollparlament wird in Mainz mit Peter Böll erstmals (wenn auch erfolglos) einen eigener Kandidat aufgestellt.
September 1868:
Mit dem Zusammenschluss von Schreinergesellen beginnt die gewerkschaftliche Arbeit in Mainz. In den darauffolgenden Monaten gründen sich Gewerkschaften von Schuhmachern, Zigarrenarbeitern, Metallarbeitern, Malern, Tünchern und Lackierern, Buchdruckern und Buchbinder.
23. September 1869:
Gründungsversammlung der lokalen Sektion der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) in Mainz (Gasthof »Alte Krone«). Nach der Gründung der SDAP durch August Bebel und Wilhelm Liebknecht in Eisenach am 8. August schlossen sich in Rheinhessen die meisten Mitglieder des ADAV und des »Sozialdemokratischen Vereins« der neuen Arbeiterpartei an.

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1871 bis 1918: Die Sozialdemokratie im Kaiserreich

1871–1918:
Im deutschen Kaiserreich etablieren sich sozialdemokratische Vereine und Ortsgruppen auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz, vor allem in der Pfalz (zum Königreich Bayern gehörend) und in Rheinhessen (Teil des Großherzogtums Hessen-Nassau). Im heutigen nördlichen Rheinland-Pfalz, in der industriearmen Rheinprovinz mit den Regierungsbezirken Koblenz und Trier und in Nassau dagegen treten Sozialdemokraten zunächst kaum in Erscheinung.
1871:
Gründung der ersten pfälzischen Gemeinde des ADAV in Oggersheim. Nach weiteren Gruppengründungen in Mutterstadt, Ludwigshafen, Frankenthal, Speyer und Lambrecht 1871-72 beginnt die dauerhafte Repräsentation von Sozialdemokraten in der Pfalz (eine erste Sektion war 1864 bereits kurz nach der Gründung in Neustadt an der Weinstraße wieder aufgelöst worden). In Oggersheim kommt es im gleichen Jahr zur ersten großangelegten Streikaktion, als 600 Arbeiter aus Protest gegen die Arbeitsbedingungen für acht Tage die Arbeit niederlegen.
Frühjahr 1872:
Die Schreiner-Union in Mainz kann erstmals bei einer Streikaktion Forderungen durchsetzen. Im Februar 1873 erkämpft sich die Mainzer Schuhmacher-Union verbesserte Arbeitsbedingungen in einem neunwöchigen Streik, in dem erstmals auch Frauen aktiv beteiligt waren.
1873:
Gründung der rheinhessischen Parteizeitung »Süddeutsche Volksstimme« (Bestand bis 1874).
1874:
Neugründung der »Süddeutschen Volksstimme« als »Neue Mainzer Zeitung« (Bestand bis 1875).
22.–27. Mai 1875: 
Vereinigung des ADAV und der SDAP zur »Sozialistischen Arbeiterpartei« (SAP) in Gotha. Am 15. August wird in Mainz ein »Arbeiterverbrüderungsfest« gefeiert. Im gleichen Jahr gründet der Sozialdemokrat und Journalist Wilhelm Blos die Satirezeitung »Mainzer Eulenspiegel«. Vier Jahre später publiziert Blos in Hamburg die erste Ausgabe der erfolgreichen Satirezeitschrift »Der Wahre Jacob«.
April 1876:
Badisch-pfälzischer Arbeitertag in Neustadt an der Weinstraße.
1877:
Gründung der pfälzischen Parteizeitung »Pfälzisch-Badisches Volksblatt«.
21. Oktober 1878: Sozialistengesetz
Das »Gesetz wider die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie«, kurz »Sozialistengesetz« tritt in Kraft. Auch auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz kommt es zu Versammlungsverboten, Verhaftungen und Durchsuchungen.
1881:
Bei den Reichstagswahlen 1881 wird Wilhelm Liebknecht, Mitbegründer der SDAP, Kandidat im Wahlkreis Mainz-Oppenheim und gewinnt die Wahl. Liebknecht nimmt allerdings das Mandat des Wahlkreises Offenbach-Dieburg an. In Mainz folgen daraufhin Neuwahlen, bei denen August Bebel kandidiert, aber die Stichwahl knapp verliert.
1882:
Der Pfälzer Sozialdemokrat Franz Josef Ehrhart versucht auf dem Hambacher Schloss eine rote Fahne zu hissen, um in der Zeit des Sozialistengesetzes an das Hambacher Fest vor 50 Jahren zu erinnern. Die Aktion wird durch Gendarmerie verhindert, sorgt aber für großes Aufsehen.
1885: Die ersten Sozialdemokraten in einem Landtag
Bei den hessischen Landtagswahlen gewinnen Franz Jöst und Karl Ulrich den Wahlkreis Mainz-Oppenheim und werden die ersten sozialdemokratischen Abgeordneten in einen deutschen Landtag.
28. September 1887: Geheimbundprozess
In Mainz beginnt der sogenannte »Geheimbundprozess« gegen acht Sozialdemokraten, darunter der Landtagsabgeordnete Franz Jöst, wegen der geheimen Verschwörung und der Verteilung der verbotenen Exilzeitung »Der Sozialdemokrat«. Das Verfahren endet mit Verurteilungen zu mehrmonatigen Gefängnisstrafen.
30. September 1890:
Ende des Sozialistengesetzes. Die Mainzer Sozialdemokraten feiern das Ereignis im Gasthaus »Zum Weißen Rößchen«. Bei der Feier wird symbolisch eine Parteifahne enthüllt, die man 12 Jahre versteckt hatte.
1890:
Franz Jöst gewinnt bei den Reichstagswahlen den Wahlkreis Mainz-Oppenheim und zieht als erster rheinhessischer Sozialdemokrat in den Reichstag ein. Im gleichen Jahr wird das Parteiblatt »Mainzer Volkszeitung« gegründet (Bestand bis 1904).
1895:
Gründung der pfälzischen Parteizeitung »Pfälzische Post« durch Franz Josef Ehrhart in Ludwigshafen (Bestand bis 1933).
1898:
In der Pfalz gewinnt der »rote Pfalzgraf« Franz Josef Ehrhart bei den Reichstagswahlen erstmals den Wahlkreis Ludwigshafen-Speyer, wo die SPD fortan stärkste politische Kraft bleibt.
1903:
Eduard David aus Cochem zieht erstmals als Abgeordneter des Wahlkreises Mainz-Oppenheim in den Reichstag ein. David hatte sich bis dahin bereits einen Namen als führender Kopf der süddeutschen Sozialdemokratie gemacht.
4. August 1914:
Die SPD-Reichstagsfraktion stimmt den Kriegskrediten der Regierung zu und stellt sich damit gegen den Willen der eigenen Parteiführung und große Teile der Mitglieder, die noch kurz zuvor gegen den drohenden Krieg demonstrierten. Wesentlichen Anteil an dieser »Burgfriedenspolitik« hat der Mainzer Abgeordnete Eduard David, der den Kriegseintritt als legitim erachtet und sich von einer Unterstützung der Regierung in der Kriegsfrage deren spätere Kompromissbereitschaft bei Sozialreformen erhoffte. Am 28. Juli 1914 beginnt der 1. Weltkrieg.
April 1917: Gründung der USPD
Aus Protest gegen die Burgfriedenspolitik der SPD wird in Gotha die USPD gegründet. Zwischen 1917 und 1920 entstehen in der Pfalz 90 Ortsgruppen mit 10 000 Mitgliedern.

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1918 bis 1945: Von der Ausrufung der Republik bis zum Ende der NS-Zeit

November 1918: Arbeiter- und Soldatenräte
Im Zug der Novemberrevolution, die das Ende des Ersten Weltkrieges beschleunigt, werden auch in den Städten der Pfalz, Rheinhessens und des Rheinlandes Arbeiter- und Soldatenräte gegründet. Am 21. November kommt es in Landau zu einer Versammlung der pfälzischen Räte unter der Leitung von Friedrich Ackermann, der bis zur französischen Besetzung der Pfalz im Januar 1919 die prägende politische Figur der Pfalz ist.
30. Dezember 1918: Gründung der KPD
Nach der Vereinigung mit linken USPD-Kadern 1922 löst die KPD in einigen pfälzischen Städten und in den Landkreisen Mayen und Koblenz-Land zwischen 1924 und 1932 zeitweise die SPD als stärkste politische Vertretung der Arbeiter ab.
19. Januar 1919: Verfassungsgebende Nationalversammlung
Bei der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung dürfen erstmals auch Frauen reichsweit wählen. Die SPD wird mit 37,9 % der Stimmen (163 Sitze) stärkste Fraktion der Nationalversammlung. Vertreter der SPD und USPD aus dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz sind u. a. Jakob Binder, Nikolaus Osterroth, Eduard David, Johannes Hoffmann und Franz Pokorny.
7. Februar 1919
Eduard David wird zum ersten Präsidenten der Nationalversammlung gewählt, gibt dieses Amt jedoch nach vier Tagen wieder ab. In der Weimarer Republik hat er wiederholt Ministerposten inne.
17. März 1919
Der pfälzische Sozialdemokrat Johannes Hoffmann tritt die Nachfolge des ermordeten Kurt Eisners an und wird Ministerpräsident von Bayern. Nach blutigen Kämpfen zwischen republikanischen und rechtsextremen Freikorps in München tritt Hoffmann bereits 1920 zurück.
1931:
Gründung von SAP-Ortsgruppen in der Pfalz, die aber ohne große Bedeutung bleiben.
23. März 1933:
Otto Wels fordert in seiner letzten Rede im Reichstag die Ablehnung von Hitlers Ermächtigungsgesetzes, während der Saal bereits von SA-Männern umstellt ist. Die SPD stimmt als einzige Partei geschlossen gegen das Gesetz, die KPD war durch die Reichstagsbrandverordnung bereits vom Parlament ausgeschlossen worden.
22. Juni 1933:Verbot der SPD
SPD und KPD bilden illegale Zellen und Widerstandsgruppen in den Städten der Pfalz, Rheinhessens und der Rheinprovinz. In Prag siedelt sich die sozialdemokratische Exilorganisation SoPaDe an, Grenzsekretäre leisten Flüchtlingshilfe und organisieren die Verbreitung von Flugschriften.
6. März 1934:
Ein geheimes Treffen der pfälzischen SPD am Asselstein im Pfälzer Wald wird aufgedeckt. Die nachfolgenden Verhaftungen setzen dem internen Widerstand in der Pfalz ein frühes Ende.
1933–36:
Verhaftungen und Zerschlagungen von Widerstandsgruppen der KPD und SPD, 1938 auch der SAP beenden den sozialdemokratischen und kommunistischen Widerstand im Land.
1934–38:
Franz Bögler, zuvor Bezirkssekretär der Pfalz und bayrischer Landtagsabgeordneter, wird Grenzsekretär der SoPaDe für Schlesien in der Tschechoslowakei. Für Pfalz, Rheinland und Rheinhessen werden Emil Kirschmann und Georg Reinbold als Grenzsekretäre tätig.
März 1945:
Befreiung des Gebiets des heutigen Rheinland-Pfalz durch amerikanische Truppen

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1945 bis 2013: Von den Neugründungen der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart

1945/46: Sozialdemokratische Neuanfänge
Bereits am 27./28. Oktober 1945 tagt in Elmstein im Pfälzer Wald eine Bezirkskonferenz von acht pfälzischen SPD-Ortsvereinen. In Mainz wird ein Arbeitsausschuss der rheinhessischen SPD gewählt. Nach der offiziellen Wiederzulassung politischer Parteien durch das Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 wird in der französischen Besatzungszone erst mit der Verordnung 23 vom 13. Dezember 1945 die Bildung regionaler Parteiorganisationen erlaubt. Am 16. Januar 1946 werden die »SP Rheinland-Hessen-Nassau«, am 6. Februar die »SP Hessen-Pfalz« (Vorsitz: Franz Bögler und Adolf Ludwig) und im April die »SP Rheinhessen« als regionale Parteiverbände zugelassen. Auch nach Gründung des Bundeslandes blieb die SPD in die drei eigenständigen Bezirke Pfalz, Rheinhessen, Rheinland(-Hessen-Nassau) aufgeteilt.
1945/46: Rheinland-Pfalz entsteht
In der französischen Besatzungszone, die seit dem 10. Juli 1945 der Militärverwaltung unterstellt ist, wird mit der Anordnung Nr. 57 vom 30. August 1946 aus der Pfalz, dem Regierungsbezirk Mainz (Rheinhessen) und den Regierungsbezirken Koblenz, Trier und Montabaur das Land Rheinland-Pfalz gebildet.
1946:
Mit den Wahlen zu den Gemeinderäten (15.9.) und zu den Kreisversammlungen (13.10.) wird indirekt die Beratende Landesversammlung gewählt, die einen Verfassungsentwurf erstellen soll. In der provisorischen Landesregierung unter dem CDU-Politiker Wilhelm Boden ist die SPD als zweitstärkste Kraft nach der CDU mit 41 Sitzen (32,3%) beteiligt und stellt zwei Minister (Jakob Steffan: Inneres; Paul Röhle: Arbeit). Für die KPD übernimmt Willy Feller das Ministerium für Wiederaufbau und Verkehr.
1947:
Gründung der Parteizeitung »Die Freiheit« (Bestand bis 1966). Adolf Ludwig, Vorsitzender des SPD-Bezirks Pfalz und Mitglied der beratenden Landesversammlung, wird Landesvorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz (bis 1958).
2. April 1947:
In der beratenden Landesversammlung stimmen SPD und KPD gegen den Verfassungsentwurf, da sie die Einführung von Konfessionsschulen ablehnten und der Gründung des Bundeslandes generell skeptisch gegenüberstehen.
13./14. April 1947:
Erster Nachkriegsparteitag der pfälzischen SPD. Anknüpfend an die Parteitradition aus der Zeit der Weimarer Republik wird der Parteitag als Nr. 39 gezählt.
17. Mai 1947:
Gründung des gemeinsamen Landesausschusses der SPD aus je drei Mitgliedern der drei Bezirke (erster Vorsitzender: Franz Bögler).
18. Mai 1947:
1. Landtagswahl und Volksabstimmung über die Verfassung. Die Verfassung wird mit knapper Mehrheit bestätigt. Wilhelm Boden wird Ministerpräsident mit einer CDU-FDP-Koalition, tritt aber bereits 7. Juli 1947 nach internen Konflikten zurück.
9. Juli 1947:
Peter Altmeier (CDU) wird Ministerpräsident und bildet eine Allparteienkoalition mit drei SPD-Ministern (Jakob Steffan: Inneres; Hans Hoffmann: Finanzen; Wilhelm Bökenkrüger: Arbeit).
10. Februar 1949:
Im Parlamentarischen Rat zur Ausarbeitung des Grundgesetzes wird auf Antrag des Ludwigshafener Juristen und SPD-Politikers Friedrich Wilhelm Wagner der Satz »Die Todesstrafe ist abgeschafft« als Art. 102 in das Grundgesetz aufgenommen.
29. April 1951:
Die Landtagswahl beendet das Allparteienkabinett, die CDU bildet eine Koalition mit der FDP.
1959:
Umwandlung des SPD-Landesausschusses in einen Landesvorstand aus den drei gleichberechtigten Bezirksvorsitzenden.
1962:
Franz Bögler, eine prägende Figur der pfälzischen SPD, wird aus der Partei ausgeschlossen. Bereits 1960 sorgte Bögler für Schlagzeilen, als er bei der Wahl zum pfälzischen Bezirkstag von zwei Abgeordneten der rechtsextremen Deutschen Reichspartei mitgewählt wurde. Bögler trat als Landtagsvizepräsident zurück, blieb jedoch als Bezirkstagsvorsitzender noch bis 1962 im Amt.
1966:
Erstmals wählt die rheinland-pfälzische SPD einen gemeinsamen Landesvorsitzenden: Jockel Fuchs, den Oberbürgermeister von Mainz (Amtszeit als Landesvorsitzender: 1966–1970). Die Bezirksvorsitzenden werden Stellvertreter.
1970:
Wilhelm Dröscher, der »gute Mensch von Kirn«, wird Landesvorsitzender (Amtszeit 1970–1977). Bei der Landtagswahl 1971 erhält er auch prominente Unterstützung durch Günter Grass.
1971:
Erste gemeinsame Landessatzung der SPD, in der die relative Autonomie der Bezirke erhalten bleibt.
1977:
Hans Schweitzer übernimmt den Landesvorsitz (Amtszeit 1977–1979). Einrichtung der Landesgeschäftsstelle in Mainz.
1979:
Klaus von Dohnanyi wird Landesvorsitzender (Amtszeit 1979–1981).Bei der Landtagswahl 1979 erzielt Dohnanyi als Spitzenkandidat mit 42,3% das bislang beste Ergebnis, unterliegt aber dem Amtsinhaber Bernhard Vogel (CDU). Dohnanyis Wahlprogramm stellte eine neue Strukturpolitik in den Mittelpunkt, die z.B. die Einrichtung von Gesamtschulen vorsah.
1981:
Hugo Brandt wird Landesvorsitzender (Amtszeit 1981–1985).
1985:
Rudolf Scharping wird Landesvorsitzender (Amtszeit 1985–1993).
11. Oktober 1986:
Die Großdemonstration mit rund 200.000 Menschen, auch unter Beteiligung von Jusos, gegen die Stationierung von Cruise Missiles mit Atomsprengköpfen in der Raketenbasis Pydna bei Kastellaun stellt einen Höhepunkt der Friedensbewegung in Rheinland-Pfalz dar.
1990:
In der »Operation Lindwurm« werden Chemiekampfstoffe aus den US-Depots in den pfälzischen Ortschaften Fischbach und Clausen geräumt. Der Abtransport wird von zahlreichen Demonstrationen begleitet, die vor allem durch das Engagement des Sozialdemokraten und Gewerkschafters Julius Lehlbach geprägt sind.
1991: Ein Sozialdemokrat wird Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz
Bei den Landtagswahlen am 21. April 1991 wird die SPD erstmals stärkste Partei und übernimmt mit der FDP die Regierung, Rudolf Scharping wird Ministerpräsident. Erste politische Maßnahmen der sozialliberalen Koalition betreffen Strukturreformen im öffentlichen Dienst (Neuorganisation der Polizei, Neueinstellungen von LehrerInnen) und die Weiterführung der Familienförderung (Rechtsanspruch auf Kindergartenplatz). Des Weiteren werden Kulturprogramme wie der »Kultursommer Rheinland-Pfalz« und die »Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur« ins Leben gerufen.
1992:
Scharping gründet mit dem Vorstandsvorsitzenden der BASF, Jürgen Strube, die »Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz« zur Förderung der Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft.
1993:
Rudolf Scharping wird Bundesvorsitzender der SPD, Kurt Beck übernimmt den Landesvorsitz in Rheinland-Pfalz.
Juni 1993:
Werner Ludwig scheidet nach 28 Dienstjahren aus dem Amt des Bürgermeisters von Ludwigshafen aus. Ludwig war damit zu diesem Zeitpunkt dienstältester Bürgermeister der BRD. Bis 1996 blieb Ludwig Vorsitzender des pfälzischen Bezirkstages bevor er dieses Amt nach insgesamt 27 Dienstjahren (1964 bis 1974 und 1979 bis 1996) niederlegte.
1994:
Rudolf Scharping wird Spitzenkandidat der SPD bei der Bundestagswahl, Kurt Beck übernimmt das Amt des Ministerpräsidenten.
24. März 1996:
Bei den Landtagswahlen erreicht die SPD mit 39,8% knapp mehr Stimmen als die CDU (38,7%) und erneuert die Koalition mit der FDP.
1997:
Roger Lewentz wird der erste gemeinsame Generalsekretär der SPD Rheinland-Pfalz.
25. März 2001:
Bei den Landtagswahlen erreicht die SPD mit 44,7% der Stimmen fast 10 Prozentpunkte mehr als die CDU (35,3%) und setzt die Koalition mit der FDP fort.
2002:
Aufhebung der Eigenständigkeit der Bezirksverbände, Zusammenschluss des Landesverbandes Rheinland-Pfalz mit drei Regionalverbänden Rheinhessen, Pfalz, Rheinland.
2006:
Die SPD erzielt in der Landtagswahl am 26. März 2006 mit 45,6% der Stimmen die absolute Mehrheit im Land. Die Fortführung der Koalition wird von der FDP abgelehnt, die SPD stellt eine Alleinregierung. Am 14. Mai 2006 wird Kurt Beck zum Parteivorsitzenden der SPD gewählt.
27. März 2011:
Bei den Landtagswahlen verliert die SPD rund 10 Prozentpunkte im Vergleich zur Wahl 2006 (35,7%) und bleibt nur knapp vor der CDU (35,2%). Erstmals wird eine gemeinsame Regierung mit den Grünen (15,4%) in Rheinland-Pfalz gebildet.
16. Januar 2013: Regierungswechsel
Kurt Beck tritt aus gesundheitlichen Gründen von allen politischen Ämtern zurück. Als Nachfolgerin im Amt wird Malu Dreyer zur Ministerpräsidentin gewählt, den Landesvorsitz hatte Roger Lewentz bereits am 13. November 2012 übernommen.
20. Mai 2013:
Der SPD-Landesverband Rheinland-Pfalz feiert das 150-jährige Jubiläum der SPD mit einem Festakt im Frankfurter Hof. An eben diesem Ort hatte am 20. Mai 1863 Ferdinand Lassalle mit einer wegweisenden Rede Unterstützung für die Gründung des ADAV gefunden.

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