Lassalle in Mainz

von Marie Kühn & Jennifer Löw

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Abb. 1: Mainzer Zeitung Nr. 117, 22. 05. 1863

Die Geschichte der Sozialdemokratie in Rheinland-Pfalz, insbesondere in Mainz, überschneidet sich in zwei Ereignissen mit dem Leben und Sterben Ferdinand Lassalles: Zum einen die für die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) ausschlaggebende Rede im Frankfurter Hof, zum anderen sein nur eineinhalb Jahre späterer Tod. Ein großer Trauerzug geleitete Lassalles Leiche durch Mainz. Beide Ereignisse wurden ausgiebig in der Mainzer Lokalpresse kommentiert. Die Artikel veranschaulichen den Mythos um die Person Lassalle und bieten Einblicke in die Gründerjahre der deutschen und rheinhessischen Sozialdemokratie.

Lassalle in Mainz – eine Dokumentgeschichte

Ein »Arbeitermessias«1), der gleichzeitig als »Charlatan, [der] sich Käufer für seine Ware sucht«2), bezeichnet wird? Ferdinand Lassalle (1825-1864) ist allgemein bekannt als einer der Wegbereiter und Mitbegründer der deutschen Sozialdemokratie. Wir fragen uns in diesem Beitrag: Welche Rolle spielt Lassalle für die Geschichte der Sozialdemokratie in Rheinland-Pfalz und vor allem in Mainz? Zwei historische Ereignisse verbinden Lassalle mit Mainz, beide riefen kontroverse Reaktionen hervor: Einmal seine Rede im Frankfurter Hof am 20. Mai 1863, die unmittelbar der Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) in Leipzig vorausging, sowie ein Trauerzug für den toten Lassalle, der nur in Mainz stattfand und Menschenmassen auf die Straße lockte.

Anhand lokaler Zeitungsartikel (Abb. 1 und 3) lassen sich die Spuren der frühen Arbeiterbewegung in Mainz verfolgen und Bilder einer historisch wichtigen und doch zu Lebzeiten umstrittenen Schlüsselperson dieser Bewegung zeichnen.

Die Dokumente zeigen exemplarisch den polarisierenden Effekt auf, den diese viel diskutierte Person auf die Mainzer Bevölkerung ausübte. Während in den Zeitungen ein grundsätzlich kritischer Grundton herrschte, folgten Lassalle zu beiden Anlässen dennoch eine große Schar von Anhängern und Zuschauern. Dieser scheinbare Widerspruch veranschaulicht den Mythos um die Person Lassalle. Die Artikel bieten damit einen Einblick in die Gründerjahre der deutschen und rheinhessischen Sozialdemokratie.

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Lassalle und die Arbeiterbewegung

»Wir schreiben das Jahr 1863, Deutschland besteht aus 35 Einzel–Staaten und ist zu einem deutschen Bund zusammengeschlossen, die Bürger des Landes unterliegen der Obrigkeit« (Becker, Nestler & Schiffmann 2012, 389). Die Märzrevolution 1848/49 ist gescheitert und viele Revolutionäre sind verhaftet. Die meisten Errungenschaften der liberalen Bewegung werden zurückgenommen: Die Forderungen nach einem einheitlichen Staat bleiben unerfüllt, demokratische Teilhabe ist weitgehend unmöglich.

In Preußen, dem tonangebenden Staat, besteht eine konstitutionelle Monarchie und das wenig demokratische Dreiklassenwahlrecht zur Wahl des Abgeordnetenhauses. Die Wahlen sind öffentlich, indirekt und ungleich, Meinungs- und Pressefreiheit weiterhin stark eingeschränkt (vgl. Haffner 1998, 352). Die Jahre ab 1850 sind eine Zeit der politischen Repression, sie bringen aber gleichzeitig den industriellen Durchbruch mit sich (vgl. Werner 2009, 20). Mit der Industrialisierung verändert sich auch die soziale Landschaft des heutigen Deutschlands. Es entsteht ein großes Industrieproletariat, das sich aus ehemals selbstständigen Handwerkern und landlos gewordenen Landarbeitern zusammensetzt, die nun in die wachsenden Städte strömen (vgl. Grebing 2007, 15–16).

Die Situation dieser neuen Bevölkerungsschicht, die zu dieser Zeit auf fast 50% der Bevölkerung geschätzt wird, verschlechtert sich mit den sinkenden Reallöhnen zunehmend (vgl. Miller & Potthoff 2002, 21–22). Der Pauperismus greift um sich:

»Arbeitszeiten bis zu 13,14, in den vierziger Jahren selbst bis zu 17 Stunden unter härtesten Bedingungen, sinkende Löhne und verbreitete billige Frauen– und Kinderarbeit, katastrophale Wohnverhältnisse und das Fehlen jeder Versorgung bei Unfall, Krankheit und Alter charakterisieren diese Epoche« (Miller & Potthoff 2002, 22).

Abb. 2: Ferdinand Lassalle, um 1860

Die Verelendung der unteren Bevölkerungsschichten ist die bestimmende »Soziale Frage« des 19. Jahrhunderts, die durch die Industrialisierung zunehmend an Brisanz gewinnt. Schon früh versuchen Arbeiter selbst etwas an ihrer Situation zu ändern.

Im Zuge der Wiederbelebung des Vereinswesens um 1860 werden auch Arbeiterbildungsvereine ins Leben gerufen (vgl. Werner 2009, 250). Das Selbstverständnis dieser Vereine folgt den politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Ideen des Sozialismus, die von Vordenkern wie Karl Marx, Friedrich Engels und Ferdinand Lassalle publik gemacht werden (vgl. Miller & Potthoff 2002, 31–32).

Mit Lassalles Unterstützung gründen Delegierte aus elf Städten 1863 in Leipzig den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV), der sich künftig für die Interessen der Arbeiter einsetzen soll. Lassalle wird für fünf Jahre zum Präsidenten gewählt.

Die Hauptforderungen des ADAV sind die Errichtung von staatlichen Produktivgenossenschaften mit Gewinnanteil für die Arbeiter sowie das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht. Bis dato war das Wahlrecht vom Einkommen und von der sozialen Position abhängig und blieb so vor allem den einfachen Arbeitern verwehrt. Die Einführung eines neuen Wahlrechts soll zum Schlüssel für die Verbesserung der Lebensumstände des Proletariats werden (vgl. Grebing 2007, 23–24). Den Ursprung des wirtschaftlichen Elends der Arbeiter sieht Lassalle im »ehernen Lohngesetz« begründet, wonach

»der durchschnittliche Arbeitslohn immer auf den notwendigen Lebensunterhalt reduziert bleibt, der in einem Volke gewohnheitsmäßig zur Fristung der Existenz und zur Fortpflanzung erforderlich ist« (zit. n. Bernstein 1919, 58). Um sich der Wirkung dieses Gesetzes zu entziehen, müsse man »[d]en Arbeiterstand zu seinem eigenen Unternehmer machen« (zit. n. Bernstein 1919, 69).

Als maßgeblicher Mitgründer des ADAV reist Lassalle durch Deutschland, um seine Ideen zu verbreiten und populär zu machen. Wer ist dieser Lassalle? Wie kommt es dazu, dass er sich so vehement für die Rechte der Arbeiter stark macht?

Lassalle wird am 11. April 1825 als Ferdinand Johann Gottlieb Lassal in Breslau als Sohn bürgerlicher Eltern geboren. Sein Vater ist jüdischer Seidenhändler (vgl. Bleuel 1982, 26; Na'aman 1968, XI). Er studiert nach einer abgebrochenen kaufmännischen Lehre in Leipzig u.a. Philosophie. Am meisten beeinflusst ihn die Philosophie Hegels, deren Prinzipien in seine späteren Reden einfließen werden. Unter anderem arbeitet Lassalle als Schriftsteller und Anwalt, bevor er politisch tätig wird. »Seit dem Frühjahr 1862 widmet er sich […] ganz der Sache der Arbeiterschaft« (Miller & Potthoff 2002, 33). Weshalb er beschließt, sich für die Rechte der Arbeiter einzusetzen, lässt sich nicht eindeutig nachvollziehen. Aus dem Artikel »Meine Jugenderinnerungen an Ferdinand Lassalle« wird deutlich, dass Lassalle schon früh dafür bekannt war, seine Meinung unbedingt durchzusetzen. Der Autor Robert Zander spricht von einem »genial angelegte[n], aber fortgesetzt excentrisch–kampfbereite[m] Wesen«3) Lassalles. Auch die Ideen zur Befreiung der Arbeiterklasse scheint er schon früh mit sich zu tragen:

»Auf solchen der französischen Revolution entsprungenen Anschauungen entwickelte Lassal schon damals einen für sich bestehenden originellen Gedankengang. Es war dies bei Gelegenheit der in Industriedistricten zuckenden Arbeiterbewegungen, und ich vernahm aus seinem Munde das Wort »Staatshülfe«, sowie Anklänge an jene Tendenzen, welche er in seinen späteren social–politischen Streitschriften und in dem Werke ‚System der erworbenen Rechte‘ niederlegte.«4)

Nach seinem Tod wird Lassalle wie folgt beschrieben: »[Er] vereinigte in sich den Charakter eines Faust und den eines Don Juan. Jung, wohlgebildet, geistreich, und bei den Frauen beliebt.«5) Sein Charakter und sein großes Durchsetzungsvermögen machen ihn zu einer umstrittenen Persönlichkeit, auch unter den führenden Köpfen der Arbeiterbewegung in Deutschland.

Lassalles Verhältnis zu Marx und Engels

So äußert sich auch Karl Marx, der zu Lassalle lange Zeit ein Lehrer-Schüler-Verhältnis pflegte, wiederholt kritisch über den »Arbeitermessias«. Lassalle und Marx entwickeln sich zu gegensätzlichen Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung. »Marx war ein Professor ohne Lehrstuhl, Lassalle hingegen ein Künstler, in seinem beweglichen Überspirit ein wenig an Heine erinnernd« (Friedell 1969, 1208). Die politischen Differenzen der beiden Männer wachsen mit der Popularität Lassalles und schlagen sich vor allem in einem Punkt nieder: Marx und Engels betrachten das Bürgertum mit all seinen politischen Ausprägungen (liberal bis konservativ) als Antagonisten im Kampf für ihre Ziele. Dies wird in einem Ausschnitt aus einem Rundbrief von Marx und Engels deutlich:

»Die Befreiung der Arbeiterklasse muß das Werk der Arbeiterklasse selbst sein. Wir können also nicht zusammengehn mit Leuten, die es offen aussprechen, daß die Arbeiter zu ungebildet sind, sich selbst zu befreien, und erst von oben herab befreit werden müssen, durch philanthropische Groß- und Kleinbürger« (Engels & Marx 1969 [1879], 165).

Lassalle hingegen sucht die Nähe zum liberalen Bürgertum. So verhandelt er auch mit dem Monarchisten Otto von Bismarck (1815–1898), welcher ihn seinerseits in einer Reichsrede als »einer der geistreichsten und liebenswürdigsten Menschen […], mit denen er je verkehrt habe« (zit. n. Friedell 1969, 1208) beschreibt. Anders als Marx und Engels, die sich auf die Klassenkämpfe konzentrieren und dabei jegliche Hilfe von Staat und Bürgertum ablehnen, zielt die Hauptforderung Lassalles auf die Einführung eines allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts (vgl. Miller & Potthoff 2002, 34). »[D]er den nationalen Staat bejahende sozialdemokratische Reformismus Lassalles und der internationale, revolutionäre Sozialismus von Marx und Engels« (Grebing 1966, 57) bilden so, trotz gemeinsamer Ideen, gegensätzliche Unterfangen.

Lassalles Verhältnis zu Hermann Schulze–Delitzsch

Einen direkten Kontrahenten hat Ferdinand Lassalle in den Arbeiterbildungsvereinen, die sich an den Prinzipien des Sozialreformers Hermann Schulze-Delitzsch (1808 – 1883) orientieren. Die Arbeiterbildungsvereine gelten seit 1861 als unpolitische Vereine, die ihre wesentliche Aufgabe darin sehen, Bildung zu vermitteln und somit vor allem die Selbstständigkeit des Arbeiterstandes zu fördern (vgl. Brandt 1991, 18–19). Das Proletariat wird von der Arbeiterbildungsbewegung als vorübergehendes Phänomen gesehen, es soll auf lange Sicht zum Mittelstand emporgehoben werden (vgl. Miller & Potthoff 2002, 32). Lassalle stellt diese Sichtweise in Frage. Er betrachtet

»die Arbeiterschaft nicht mehr als eine vorübergehende Erscheinung, die schließlich im Bürgertum aufgehoben werden [soll]. Im Gegenteil bezeichnet […] er den Vierten Stand als den letzten in der historischen Chronologie, als den Stand der Zukunft, der das eigentliche Volk verkörpert« (Siemann 1997, 255).

Schulze-Delitzsch kritisiert an Lassalle vor allem, dass dieser die Arbeiter bevormundend in die Freiheit führen will. Die Bildungsvereine hingegen arbeiten daran, dass die Arbeiter informiert und in der Lage sind, sich selbst für ihre Belange einzusetzen. Wie Marx und Engels lehnen auch sie jegliche Staatshilfe ab. Lassalle hingegen sieht die Einführung von Produktionsgenossenschaften als einzig wirksames Vorgehen, auch wenn der Staat diese erst mit Krediten fördern muss (vgl. Miller & Potthoff 2002, 34). Ein Mitglied des 1848 gegründeten Mainzer Arbeiterbildungsvereins sagt hierzu in einem offenen Brief in der Mainzer Zeitung:

»Nachdem wir durch die Schulze-Delitz'schen Prinzipien und Einrichtungen in so kurzer Zeit wirklich großartige Resultate erzielt haben, kommt Lassalle und will durch seine Verlockungen die Arbeiter von dem mit Glück betretenen Wege wegpersuadieren und ihnen das Paradies öffnen. Er schlägt hierzu einen Staatspump vor, während Schulze–Delitzsch einfach sagt, daß der deutsche Arbeiter talentiert genug ist, um sich selbst zu helfen.«5)

Trotz seiner umstrittenen Persönlichkeit und der Kritik an den staatlichen Förderungsplänen wird Lassalle schon bald zur Ikone der Arbeiterbewegung. Die zahlreichen Auftritte in den Städten ziehen immer mehr Zuhörer an und verschaffen Lassalle und seinen Thesen die notwendige Prominenz, um mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein die erste dauerhafte Organisation der Arbeiterschaft zu gründen. Das Charisma des Redners Lassalle wird später noch überhöht durch seinen frühen Tod. Das zeigen auch die Reaktionen auf zwei denkwürdige Auftritte Lassalles in Mainz.

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Lassalle im Frankfurter Hof

Abb. 1: »Mainzer Zeitung« vom 22. 05. 1863

Nachdem sich 1863 die meisten Mitglieder der Arbeiterbildungsvereine aus Fulda und Berlin gegen Lassalles Ideen und sein Vorhaben der Parteigründung des ADAV aussprachen, finden seine Auftritte am 17. und 18. Mai in Frankfurt endlich Zuspruch. Am 20. Mai 1863, drei Tage vor der offiziellen Gründung des ADAV in Leipzig, hält er in Mainz eine weitere Rede im Frankfurter Hof, der zu dieser Zeit als Versammlungsort des Arbeiterbildungsvereins dient (vgl. Keim 1991, 19).

In seiner 75 Minuten langen Rede6) trägt Lassalle vor 900 Zuschauern die Grundpfeiler seiner sozialen und politischen Thesen vor (vgl. Keim 1991, 19): die Forderung nach einem allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrecht, das zur Veränderung der gegenwärtigen Produktions– und Machtverhältnisse notwendig ist.
Er kritisiert am bestehenden System, dass der Mensch, ökonomisch gesehen, nur eine Ware sei.

Am Ende der Rede stimmt die Versammlung für Lassalles Programm und wählt einen Abgeordneten für die Gründungsversammlung des ADAV in Leipzig, dessen Interessen anschließend in Mainz vertreten werden sollen (vgl. Keim 1991, 19). 1 Die Rede ist nicht im Wortlaut überliefert, es kann nur aus Zeitungsberichten und den Reden auf ihren Inhalt geschlossen werden (Abb. 1).

Die Reaktion der Presse

Lassalles Auftritt wird in der Lokalpresse kritisch aufgenommen. So beklagt der »Mainzer Anzeiger«, dass die Veranstaltung nicht wahrheitsgetreu beworben worden sei: »Auf den Einladungsplakaten hieß es: ‚Vortrag von F. Lassalle!‘ Warum hat Herr Lassalle nicht bekannt gemacht, dass eine Abstimmung für oder gegen sein Programm stattfinden soll?«6)

Über die Hintergründe der vagen Ankündigung lässt sich nur spekulieren. Vor den Versammlungen in Frankfurt und Mainz stand es schlecht um die Zustimmung zu Lassalles Programm. Ohne das positive Votum der Mainzer Versammlungen hätte die Gründung des ADAV möglicherweise nicht stattfinden können (vgl. Brandt 1991, 13–14). Lassalle mag sich größere Erfolgschancen versprochen haben, wenn er unbefangen vor den Arbeitern spricht und seinen politischen Gegnern vor der Abstimmung keine Möglichkeit zu kritischen Einwürfen bietet. In einem weiteren Artikel heißt es:

»[Lassalles] Rede setzte sich mit gar nichts auseinander als das Eine: seine politische Meinung über die jetzigen Zustände in Deutschland und seine Stellung zu den übrigen politischen Parteien.«7)

Auch in der »Mainzer Zeitung« werden Lassalle und seine Pläne als eine Bedrohung der sozialen und politischen Ordnung gesehen, da befürchtet wird, dass die Mehrheit der Arbeiter sich für Lassalle aussprechen wird. Immerhin begünstigen seine Forderungen ausschließlich die Interessen der Arbeiter.8) Lassalle wird vorgeworfen, die »ungebildeten« Arbeiter auszunutzen. Warnungen werden in den Zeitungen ausgesprochen, Lassalle nicht zu glauben oder sich ihm anzuschließen:

»So haltet fest ihr Bürger und Arbeiter, die von Lassalle bezweckte Trennung ist thödlich für beide Theile, und nur Einigkeit kann uns auf dem vorgezeigten gesetzlichen Wege zur allmäligen Befreiung und zur Selbstständigkeit führen.«9)

Es wird sogar dazu aufgerufen, die Abstimmung für Lassalle, die am Anschluss der Rede stattgefunden hatte, für ungültig zu erklären: »Aber es wird den Arbeitern nicht zu verdenken sein, wenn sie einen unter solchen Umständen übereilten Beschluss, von dem sie die schlimmen Folgen einsahen, nicht als bindend betrachten wollen.«10) In den Kommentaren finden sich auch Versuche, die Wirksamkeit seiner Agitation herunterzuspielen und ins Lächerliche zu ziehen:

»Als man auseinander ging, war es hochkomisch anzuhören, wie sich die Leute einander Vorwürfe machten und jeder behauptete, nur die Hand gehoben zu haben, weil es sein Nachbar auch gethan. Der ganze Vorgang macht einen womöglich noch lächerlicheren Eindruck, als der in Frankfurt und hat uns überzeugt, dass es wirklich nicht der Mühe wert ist, gegen diesen Komödianten zu eifern.«11)

Die Stimmen der bürgerlichen Lokalzeitungen wirken spöttisch und warnend zugleich. Zwischen den Zeilen lässt sich eine gewisse Unsicherheit erkennen.

Lassalle und die Presse

Lassalles eigene Reaktion auf die negative, ihn und seine Bewegung betreffende Presse zeigt sich in einer Rede, die er in den Versammlungen des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins in Barmen, Solingen und Düsseldorf am 20., 27. und 28. September 1863 hält: Er unterstellt den Zeitungen, durch ihre finanzielle Abhängigkeit von Annoncen kapitalistisch geworden zu sein und nun nicht mehr das zu drucken, was sie für richtig halten, sondern das, was bei dem Großteil der Abonnenten Zustimmung findet, allerdings unter der Behauptung, die Wahrheit zu drucken (vgl. Großmann 1919, 217–219). Das Zeitungswesen wird Lassalle zufolge:

»nicht nur zu einem ganz gemeinen, ordinären Geschäfte, wie jedes andere auch, sondern zu einem viel Schlimmeren, zu einem durch und durch heuchlerischen Geschäfte, welches unter dem Scheine des Kampfes für große Ideen und das Wohl des Volks betrieben wird« (zit. n. Großmann 1919, 218).

Auch in anderen Reden Lassalles kommt diese Meinung zum Ausdruck. Lassalles Verhältnis zur Presse war von einer gegenseitigen Abneigung geprägt.

Eine Rede und ihre Wirkung

Lassalles Auftritt im Frankfurter Hof stellt in gewissem Sinne ein Schlüsselerlebnis für die Gründungsgeschichte der deutschen Sozialdemokratie dar. Die Versammlung stimmt den Beschlüssen der Leipziger Arbeiter zu und sendet Delegierte zur Versammlung in Leipzig. Der Mainzer Erfolg ist wegweisend für das Zustandekommen des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins. Aus diesem Grund wird die Versammlung auch als eine Art Vorwegnahme der eigentlichen Gründung des ADAV verstanden (vgl. Brandt 1991, 14).

Dieser konstituiert sich am 23. Mai 1863 in Leipzig. Gleichzeitig wird veranlasst, in allen Städten durch die jeweiligen Repräsentanten der Regionen, »Gemeinden« des Vereins zu gründen. Unter diesen Repräsentanten befindet sich der Mainzer Uhrmacher Phillip Jakob Schöppler (1804–1870), der 1848 bereits zum ersten Vorsitzenden des Demokratischen Vereins in Mainz gewählt worden war (vgl. Keim 1991, 19). Schöppler spricht sich zunächst für Lassalle aus. Er erinnert daran, dass es Lassalles Verdienst gewesen sei, »die Deutschen aus dem ewigen Nationalvereinsdusel aufgerüttelt zu haben« (Brandt 1991, 11).

Schöppler bleibt nach der Gründung des ADAV jedoch untätig. Er kommt seinem Auftrag, eine Mainzer Gemeinde zu gründen, nicht nach und äußert sich abfällig über Lassalle (vgl. Brandt 1991, 14–15). Der Hintergrund scheint banal: Nach seiner Rede im Frankfurter Hof hatte man Lassalle dazu aufgefordert, für die Saalmiete aufzukommen. Als er dies nicht tat, musste Schöppler als Vereinsvorsitzender die Kosten begleichen. Der Streit führte zum Zerwürfnis zwischen Schöppler und Lassalle »[u]nd so kam es, dass Mainz das Kind zwar aus der Taufe gehoben hatte, sich aber dann vorerst nicht mehr um sein Wohlergehen kümmerte.« (Brandt 1991, 14).

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Der Trauerzug durch Mainz

Abb. 3: »Mainzer Zeitung« vom 23. 05. 1863

Nur anderthalb Jahre später, am 28. August 1864, wird Lassalle bei einem Duell tödlich verwundet (vgl. Großmann 1919, 261). Er war nach Genf gereist, um den Vater seiner Geliebten, Helene von Dönniges (1843–1911), um deren Hand zu bitten. Zu diesem Zeitpunkt ist diese schon mit Janko von Rackowicz verlobt und ihr Vater, trotz vieler Bemühungen Lassalles, nicht gewillt, die bestehende Verbindung zu Gunsten des »Arbeitermessias« zu lösen. Schließlich fordert der ehrgeizige Lassalle Helenes Vater zum Duell heraus. Dieser schickt an seiner statt seinen zukünftigen Schwiegersohn Janko von Rackowitz. Lassalle wird tödlich getroffen und stirbt drei Tage später in Carouge (vgl. Bleuel 1982, 370–371).

Nach seinem Tod soll die Leiche Lassalles für die Beerdigung nach Berlin überführt werden. Dieses Vorhaben aber ändert die Gräfin Sophie von Hatzfeldt (1805–1881), Lassalles enge Freundin und Mentorin: Nun soll es einen Trauerzug durch alle Gemeinden des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins geben, Mainz wird hierfür als Startpunkt bestimmt.

Nachdem der Sarg Lassalles am 5. September schon einmal Mainz durchquert hatte, erreicht er die Stadt am 11. September 1864 ein zweites Mal. Es ist Sonntag, ein »strahlend schöner Tag, so daß sich eine große Menschenmenge um den Bahnhof und längs der Rheinstraße versammelt hatte« (Brandt 1991, 22). Vom Ludwigsbahnhof, zwischen Holzturm und Fort Malakoff gelegen, geleitet der Trauerzug den Sarg die Rheinstraße entlang bis zu den Schiffsanlegestellen. Mit einem Rheindampfer sollte Lassalles Leiche erneut nach Düsseldorf befördert werden.

Doch der Kapitän weigert sich, den Sarg eines Juden zu befördern, den man auf einem roten Tuch mit Kreuz aufgebahrt hatte.12) Kurzerhand wird also der Sarg in die Halle der Niederländer Gesellschaft gebracht, in der weitere Reden gehalten werden. Die Menge verläuft sich recht schnell. Am Abend wird der Tote dann mit einem niederländischen Boot nach Kastel gebracht und tritt am Morgen darauf seine Weiterreise an.13)

Die Mainzer Totenfeier sollte allerdings ein einmaliges Schauspiel bleiben. Weitere Trauerzüge durch alle ADAV–Gemeinden, wie von der Gräfin von Hatzfeldt geplant, werden von Lassalles Mutter unterbunden. Sie »bat die preußische Regierung, dem Spuk ein Ende zu machen und die Leiche ihres Sohnes zu beschlagnahmen, damit die Beisetzung in aller Stille in Breslau erfolgen könne. Und so geschah es denn auch« (Brandt 1991,23).

Die Darstellung des Trauerzugs in der Presse

Die kontroverse Wahrnehmung Lassalles in der Bevölkerung hält auch nach seinem Tod an und schlägt sich in der Berichterstattung über den Trauerzug nieder. Im Mainzer Anzeiger (Abb. 3) folgt nach einer recht neutralen Beschreibung des Ereignisses ein Nachtrag, der betont, die meisten Zuschauer seien nur aus Neugier und Langeweile anwesend gewesen.13) Erneut werden zudem die revolutionären Ziele und Ideen Lassalles hinterfragt und ihre Gefahr für den öffentlichen Frieden im Land herausgestellt:

»für sehr viele war und ist dieser Lassalle ein Räthsel. […] Die einen kennen nicht einmal seine äußere Stellung zur Oeffentlichkeit; er ist für sie eine unbekannte Größe; die anderen kennen und begreifen seine Thätigkeit und sein Ziel und dennoch bleibt ihnen der ganze Lassalle noch ein Räthsel. […] Was er gewollt hat, der allerdings kühne Geist, muss bei kühler, logischer Betrachtung angesichts unserer socialen Zustände und der mehr als ruhigen Fortentwicklung derselben als ein Phänomen erscheinen und weitab in dunkler Ferne nur konnte man das grausige Ziel erblicken.«14)

Es wird allerdings vermieden, dieses Ziel zu benennen. Der Nachtrag des »Mainzer Anzeigers« versucht mehrfach durch wortstarke Metaphern zu beschreiben, dass nicht nur Lassalle tot sei, sondern mit ihm auch die von ihm ins Leben gerufene Arbeiterbewegung. Lassalle wird als »Schütze« bezeichnet, »dessen Auge vielleicht allein das Ziel klar vor Augen schwebte« und nun da er tot sei habe »ganz gewiss […] das Schicksal einen Schleier über die verhängnisvolle Scheibe gezogen.«15) Weitere lyrische Zuschreibungen, die diesen Eindruck unterstreichen sollen, folgen:

»Der glühende Lavastrom er stürzt in das Meer des Jenseits – seine Verwüstungen werden ausgeglichen werden; – der Vesuv ist zerstört und mit ihm hat seine zerstörende Wirksamkeit ihr Ende erreicht. Lassen wir es also dahingestellt, ob Lassalle es ehrlich meinte oder nicht, ob er vom blinden Wahn und Ruhmsucht geleitet, ob er vielleicht ein Millionär der Diplomatie oder perfiden Politik war, – genug, wir halten mit seinem Tode sein System, wenn es so genannt werden kann, gebrochen. Der Sonnenflug war ein Phantasiegebilde; – die Flüge des Atlas sind erlahmt; die Sperlinge werden nach wie vor in der Nähe des Erdballes am wirklichen Herde verweilen und mit uns rufen: ‚Friede der Leiche Lassalles!«16)

Sein Hauptziel, die Befreiung der Arbeiter, wird kurzerhand ins »Reich der Phantasie«17) verbannt. Auch wenn die bürgerliche Mainzer Presse Lassalle sowohl vor als auch nach seinem Tod durchgehend negativ gegenüber steht, muss er im Milieu der Arbeiter einen breiten Unterstützerkreis gehabt haben. Warum sonst wird so viel und ausführlich über ihn geschrieben? Und warum sonst wird nach beiden besprochenen Ereignissen so entschieden davor gewarnt, seiner Programmatik zu glauben, und warum der baldige Untergang seiner Ideologie prophezeit?

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Der Mythos Lassalle

Die beiden Mainzer Geschichten zeigen beispielhaft, dass Lassalle ein Mensch war, der polarisierte. »Von seinen Freunden und Anhängern wird er hochgepriesen, geliebt, oft fast abgöttisch verehrt, von seinen Gegnern gehaßt, verhetzt und verleumdet.«17) Dass er auch auf dem Gebiet des heutigen Rheinland–Pfalz großen Einfluss hatte, ist unbestreitbar. Doch wie kann es sein, dass jemand, der nicht aus dem Arbeiterstand stammt, zum »Arbeitermessias« verklärt wird?

Sein Lebensstil ist weit von dem eines Arbeiters entfernt. Er wächst in einer wohlhabenden Familie auf, studiert dann an verschiedenen Universitäten und bezieht auch nach seiner Studienzeit sein Geld größtenteils durch seine Eltern: »Bündel von Rechnungen stopft er in die Schubfächer seines Schreibtisches, Zeugen einer übertriebenen Eleganz, Zeugen eines Luxus, der mit Medoc, Chateau Larose, Champagner und Korsofahren gefüttert sein will« (Schirokauer 1928).

In seinem Auftreten verhehlt Lassalle seine Bildung nicht. Seine Reden sind anspruchsvoll und eher für ein intellektuelleres Publikum verständlich als für die Arbeiter, die sie erreichen sollten. Sie bestehen zu einem großen Teil aus Statistiken und Zitaten (vgl. Brandt 1991, 12; Vahlteich 1978 [1904], 19). Lassalle selbst sagt dazu in seiner Rede in Frankfurt, einen Tag vor der Rede im Frankfurter Hof in Mainz:

»Dann hat man sich weiter darüber beschwert, daß ich Ihnen trockenes, statistisches, langweiliges Material vorgetragen hät'e [sic]. Angenommen selbst, meine Herren, daß Sie dasselbe nicht interessiert hätte, so würde ich doch durchaus nicht anders haben verfahren können, und ich werde in aller Zukunft nicht anders verfahren. Es handelt sich hier um volkswirtschaftliche Fragen und nicht um Schönschwätzen. Sie sind noch nicht gewöhnt an dieses Material, darum muß es Ihnen in den Leib gestopft werden, es muß Ihnen Kenntnis und Geschmack daran beigebracht werden« (zitiert nach: Bernstein 1919, 251).

All dies kann nur abschreckend auf die Zielgruppe seiner Vorträge, die Arbeiter, gewirkt haben und doch blieben die Säle gefüllt. Seine Rede im Frankfurter Hof in Mainz wurde von »800–900 Männer[n]« besucht (Brandt 1991, 20). Es war die Person Lassalles, die die Menschen fesselte: »von diesem Mann muss eine eigenartige Faszination ausgegangen sein« (Brandt 1991, 12). Lassalles Jugendfreund Zander beschreibt dessen Charisma folgendermaßen: »Ich selbst aber fühlte mich durch sein übermüthig sprudelndes und geistig ungemein anregendes Wesen so zu ihm hingezogen, dass ich ihm meine freie Zeit […] gern widmete.«18)

Lassalle selbst klagt in Briefen an seine Freunde darüber, dass er:

»fühlte, daß die ganze Last der Agitation auf ihm ruhe, daß er mitten in seinen begeisterten Anhängern allein stände, ohne auch nur einen Mann zu besitzen, der die Last mit ihm getheilt hätte; er mußte alles selbst thun, selbst organisiren, selbst leiten, wo sein belebender Geist fehlte geschah wenig oder nichts.«19)

Er erkennt damit selbst sein Hauptproblem: Er versteht es zwar, die Menschen zu fesseln und Anhänger zu gewinnen, diese sind aber weniger interessiert an den Inhalten, die er vermitteln möchte, als an seiner Person.

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Wie ging es weiter...

… mit der Sozialdemokratie in Mainz und der Pfalz?

Die kurz vor dem Tod Lassalles in Mainz gegründete Gemeinde des ADAV stellt 1868 noch einen eigenen Kandidaten für die Wahl zum Zollparlament auf. Zur gleichen Zeit formieren sich aber in Mainz schon andere sozialdemokratische Gruppierungen, vor allem aus dem Arbeiterbildungsverein stammend, die der Öffentlichkeit ein »Manifest der sozialdemokratischen Partei« präsentieren.

Nach der Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) durch August Bebel und Wilhelm Liebknecht 1869, schließt sich der größte Teil der Anhänger sowohl des ADAV als auch des Arbeiterbildungsvereins der SDAP an. Die »Lassalleaner« spielen ab diesem Zeitpunkt nur noch eine untergeordnete Rolle in Mainz und beschließen 1874 ihre vollständige Auflösung zu Gunsten der SDAP (vgl. Becker, Nestler & Schiffmann 2012, 397–398).

In der Pfalz sieht es von Ort zu Ort unterschiedlich aus. Vor allem in der Vorderpfalz gibt es lange Zeit viele Ortsgruppen des ADAV, in Koblenz und Trier verbreitet sich die Sozialdemokratie jedoch lange gar nicht (vgl. Becker u. a. 2012, 398).

... mit dem Kult um Lassalle?

»[Der Tod Lassalles] zerriss nicht nur ein Leben in der Blüte des Mannesalters […] sondern er zerstörte auch in einem Augenblick für die deutsche Arbeiterbewegung alle die Entwicklungsmöglichkeiten und -tendenzen, welche allein an die individuelle Persönlichkeit des großen Führers geknüpft waren« (Baumann 1995 [1929], 70).

Die Abwanderung der »Lassalleaner« zur SDAP liegt wohl vor allem in der Tatsache begründet, dass der sogenannte »Arbeitermessias« die Menschen durch sein Charisma und seine Begeisterungsfähigkeit in seinen Bann zog, weniger durch seine inhaltliche Überzeugungskraft. »Offenbar hat Lassalles Feuer bei seinen Anhängern mehr im emotionalen als im denkerischen Bereich gezündet« (Miller 1964, 61).

Besonders sein Tod im Duell um die Hand seiner Geliebten hat mit der Lebensrealität seines Zielpublikums, der Arbeiterklasse, wenig zu tun. Karl Marx kommentiert in einem Brief an Friedrich Engels: »Es ist eine der vielen Taktlosigkeiten, die er in seinem Leben begangen hat« (zit. n. Mayer 1922, 26). So ist es nicht verwunderlich, dass die Mehrheit seiner Mainzer und Pfälzer Anhänger nach seinem Tod zur SDAP wechselt.

Wenn heute jemand nach seiner politischen Meinung gefragt wird, wird er sich wohl kaum direkt als Anhänger Lassalles beschreiben. In einer demokratischen Gesellschaft sind die Ideen des gleichen Wahlrechts für alle und die Einführung von Gewerkschaften umgesetzt und erscheinen uns beinahe selbstverständlich. Dabei ist gerade dies ein Verdienst Lassalles und der Arbeiterbewegung. Lassalle schuf auch im heutigen Rheinland Pfalz eine Basis für die Sozialdemokratie (vgl. Brandt 1991, 11).

Lassalle war umstritten in seinen Ansichten. Als großer Redner seines Jahrhunderts war er jedoch auch Mitbegründer der Sozialdemokratie, wie sie heute in Deutschland besteht. Mit den Worten von Friedrich Engels: »Lassalle mag sonst gewesen sein, persönlich, literarisch, wissenschaftlich wer er war, aber politisch war er sicher einer der bedeutendsten Kerle in Deutschland« (zit. n. Mayer 1922, 26).

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Literatur

Baumann, Kurt (1999) [1929]. Ferdinand Lassalle und die Pfalz. In: Geis, Manfred; Nestler, Gerhard (Hg.). Die pfälzische Sozialdemokratie: Beiträge zu ihrer Geschichte von den Anfängen bis 1948/49 (70–72).Edenkoben.

Becker, Klaus J.; Nestler, Gerhard & Schiffmann, Dieter (2012). Öffentlichkeit und Gesellschaft. Parteien, Gewerkschaften, Medien. In: Kißener, Michael & v. Kahlenberg, Friedrich (Hg.). Kreuz–Rad–Löwe. Rheinland–Pfalz. Ein Land und seine Geschichte. Bd. 2: Vom ausgehenden 18. bis zum 21. Jahrhundert (389–480). Mainz.

Bernstein, Eduard (Hg.) (1919). Die Agitation für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (= Ferdinand Lassalle. Gesammelte Reden und Schriften, Bd. 3). Berlin.

Bleuel, Hans Peter (1982). Ferdinand Lassalle oder der Kampf wider die verdammte Bedürfnislosigkeit. Hamburg.

Brandt, Hugo (1991). Geschichte der SPD in Rheinhessen. Von den Anfängen (1863) bis zum Ende des Sozialistengesetztes (1890) .Worms.

Engels, Friedrich & Marx, Karl (1879). Zirkularbrief an Bebel, Liebknecht, Bracke u.a.. In: Engels, Friedrich & Marx, Karl (1969) [1962]. Werke. Bd. 19 (150–166). Berlin.

Friedell, Egon (1969) [1927 – 1931]. Kulturgeschichte der Neuzeit. (Ungekürzte Sonderausgabe in einem Band). München.

Grebing, Helga (2007). Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Von der Revolution 1848 bis ins 21. Jahrhundert. Berlin.

Grebing, Helga (1966). Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Ein Überblick. München.

Haffner, Sebastian (1998). Preußen ohne Legende. Hamburg.

Großmann, Stefan (1919). Ferdinand Lassalle. Berlin.

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Quellen

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Bibliotheken der Stadt Mainz – Wissenschaftliche Stadtbibliothek (StB Mz). MF 66: 2°/3. Mainzer Zeitung, Jg. 1863 (Nr.117; 118).

Die Gartenlaube, Jg. 1867 (Heft 24); http://de.wikisource.org/wiki/Die_Gartenlaube_%281867%29 (13. 03. 2013).

Die Gartenlaube, Jg. 1877 (Heft 41). http://de.wikisource.org/wiki/Die_Gartenlaube_%281877%29 (13. 03. 2013).

Bildnachweis

Abb. 1: Mainzer Anzeiger Nr. 117, 22. 05. 1863. StB Mz MF 66: 2°/3. Mainzer Zeitung, Jg. 1863.

Abb. 2: Ferdinand Lassalle, um 1860. AdsD. Aus: Gogos, Manuel (2012). Wir sind viele – Der Aufstieg zur Massenpartei. In: Kruke, Anja & Woyke, Meik (Hg.) (2012). Deutsche Sozialdemokratie in Bewegung. 1848 – 1863 – 2013. (62–77). Bonn: Dietz, 63.

Abb. 3: Mainzer Anzeiger Nr. 118, 23. 05. 1863. StB Mz MF 66: 2°/3. Mainzer Zeitung, Jg. 1863.

Zitierhinweis

Kühn, Marie & Löw, Jennifer (2013). Lassalle in Mainz. In: Roth, Jonathan (Hg.). Sozialdemokratie in Rheinland-Pfalz – Dokumente aus drei Jahrhunderten. www.sozialdemokratie-rlp.de/dokumente/lassalle-in-mainz.html (Datum des Zugriffs).

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Endnoten

  1. StB Mz, Mainzer Zeitung Nr. 117, 22. 05. 1863 (»Lassalle«). »
  2. StB Mz, Mainzer Zeitung Nr. 118, 23. 05. 1863 (»Eine Stimme aus dem Arbeiterstande«). »
  3. Die Gartenlaube 41, 1877, 690 (»Meine Jugenderinnerungen an Ferdinand Lassalle«). »
  4. Die Gartenlaube 41, 1877, 689 (»Meine Jugenderinnerungen an Ferdinand Lassalle«). »
  5. StB Mz, Mainzer Anzeiger Nr. 120, 27. 05. 1863 (»Lassalle und seine Rede im ‚Frankfurter Hof‘ am 20. Mai«). »
  6. StB Mz, Mainzer Anzeiger Nr. 120, 27. 05. 1863 (»Lassalle und seine Rede im ‚Frankfurter Hof‘ am 20. Mai«). »
  7. StB Mz, Mainzer Anzeiger Nr. 119, 24. 05. 1863 (»Zu seinem Vortrag am 20.Mai«). »
  8. StB Mz, Mainzer Zeitung Nr. 118, 23. 05. 1863 (»Eine Stimme aus dem Arbeiterstande«). »
  9. StB Mz, Mainzer Anzeiger Nr. 120, 27. 05. 1863 (»Lassalle und seine Rede im ‚Frankfurter Hof‘ am 20. Mai«). »
  10. StB Mz, Mainzer Zeitung Nr. 118, 23. 05. 1863 (»Eine Stimme aus dem Arbeiterstande«). »
  11. StB Mz, Mainzer Zeitung Nr. 117, 22. 05. 1863 (»Lassalle«). »
  12. StB Mz, Mainzer Anzeiger Nr. 213, 13. 09. 1864 (»Totenfeier in Mainz«). »
  13. StB Mz, Mainzer Anzeiger Nr. 214, 12. 09. 1864 (»Lassalle und seine Anhänger«). »
  14. StB Mz, Mainzer Anzeiger Nr. 214, 12. 09. 1864 (»Lassalle und seine Anhänger«). »
  15. StB Mz, Mainzer Anzeiger Nr. 214, 12. 09. 1864 (»Lassalle und seine Anhänger«). »
  16. StB Mz, Mainzer Anzeiger Nr. 214, 12. 09. 1864 (»Lassalle und seine Anhänger«). »
  17. Die Gartenlaube 24, 1867, 376 (»Die letzten Tage eines Agitators. Von einem Augenzeugen«). »
  18. Die Gartenlaube 41, 1877, 689 (»Meine Jugenderinnerungen an Ferdinand Lassalle«). »
  19. Die Gartenlaube 24, 1867, 376 (»Die letzten Tage eines Agitators. Von einem Augenzeugen«). »