Das Projekt »Sozialdemokratie in Rheinland-Pfalz – Dokumente aus drei Jahrhunderten«

Das Studierendenprojekt

2013 feiert die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ihr 150-jähriges Jubiläum und schaut auf eine wechselhafte Geschichte zurück – auch auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Von den Anfängen der Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart sind zahlreiche Ereignisse und Personen der sozialdemokratischen Bewegung mit den Regionen Rheinhessen, Pfalz, Hunsrück, Eifel und Westerwald verbunden. Mit diesem Thema beschäftigte sich ein Studierendenprojekt im Fach Kulturanthropologie/ Volkskunde an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz, das im Wintersemester 2012/13 umgesetzt wurde. Studierende aus dem B.A.-Studiengang »Kultur Theater Film« recherchierten für dieses Projekt Dokumente, die ausgewählte Kapitel der sozialdemokratischen Partei- und Ideengeschichte in Rheinland-Pfalz veranschaulichen. Die Beiträge der Studierenden werden als Ergebnisse des Projektes auf dieser Website veröffentlicht.

Geschichte in Geschichten

Das Projekt erzählt Geschichte in Geschichten. Auf dieser Projektseite wird keine Gesamtdarstellung der Entwicklung der rheinland-pfälzischen Sozialdemokratie geboten. Ziel des Vorhabens war es, Schlaglichter auf die regionale Parteiengeschichte zu werfen und durch ausgewählte Dokumente zu veranschaulichen.
Die Dokumentgeschichten handeln von regionalen Besonderheiten wie dem »Fall Bögler« und einem zweiten »Hambacher Fest« im Jahr 1985. Sie zeigen auch die Ausprägungen zentraler Ereignisse und Stationen der sozialdemokratischen Bewegung in Rheinland-Pfalz wie die Gründung von Arbeiterbildungsvereinen, die Folgen der Revolution 1918 in Mainz oder die Umsetzung einer Flugblattaktion der SoPaDe. Die recherchierten Dokumente sind Momentaufnahmen der sozialdemokratischen Geschichte, die ihre eigenen Geschichten erzählen.

Sozialdemokratie in Vergangenheit und Gegenwart

Die Geschichte der Sozialdemokratie, die in diesem Projekt behandelt wird, betrifft in erster Linie die Geschichte der politischen Organisationen, auf deren Tradition sich die SPD heute beruft. Die Beiträge konzentrieren sich auf die sozialdemokratischen Parteien und ihre Vorfeldorganisationen. Die übrigen Säulen der Arbeiterbewegung, die Genossenschaften und Gewerkschaften, finden Erwähnung, bilden aber keinen eigenständigen Schwerpunkt.

Sozialdemokratie in Rheinland-Pfalz

Das Projekt behandelt Themen und Ereignisse in Rheinland-Pfalz bzw. (in der Zeit vor der Gründung des Bundeslandes 1947) auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz. Das Projekt weist allerdings unzweifelhaft eine Mainzer Perspektive auf. Der überwiegende Teil der Beiträge behandelt schwerpunktmäßig die Regionen Rheinhessen und Pfalz. Dieser regionale Fokus ist zum einen der Nähe zu den Archiven in Mainz, Wiesbaden, Ludwigshafen, Mannheim und Frankenthal geschuldet. Er lässt sich zum anderen durch die Quellenlage und die historische Entwicklung begründen. Das östliche Rheinland-Pfalz wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts industrialisiert und damit zum Lebensraum einer entstehenden Arbeiterklasse. Die ländlich-katholischen Gebiete in Hunsrück, Eifel und Westerwald blieben dagegen lange Zeit eine »Diaspora« für die Sozialdemokratie.

Die »Web-Ausstellung«

Diese Website bildet den vorläufigen Abschluss des Projektes. Die Seite ist als »Web-Aus­stellung« gedacht, auf der die Beiträge der studentischen Arbeitsgruppen online zur Verfügung gestellt werden. Die Dokumentgeschichten werden ergänzt durch zwei Interviews mit Joachim Mertes und Johano Strasser. Zusätzlich bietet die Seite eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse und eine Zusammenstellung von Kurzbiographien zu Personen, die in den Beiträgen Erwähnung finden.

Für die Studierenden bedeutete das Projekt eine Seminararbeit mit großem Praxisbezug, die über die üblichen Anforderungen im Studium hinausging. Die Web-Ausstellung eröffnete den Teilnehmern die Möglichkeit, die Ergebnisse ihrer Arbeit zu veröffentlichen und damit ein wissenschaftliches Publikationsprojekt mitzugestalten. Die Form der Onlinepublikation bietet einen zeitlich unbegrenzten, erweiterbaren und öffentlichen Zugang zu den Ergebnissen des Projektes, um ein breites Zielpublikum anzusprechen. Die Langzeitarchivierung der Beiträge wird durch die Einbindung der Web-Ausstellung in das Portal regionalgeschichte.net gewährleistet, das vom Institut für geschichtliche Landeskunde an der JGU Mainz betreut wird.

Das Projekt wird auch nach der Fertigstellung der Website fortgeführt. Weitere Beiträge sind vorgesehen, ein Besuch lohnt sich auch zukünftig.

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